Kategorie: feelingwords

Freiheit schenken

Loslassen bedeutet, sich selbst zu befreien.

Vor etwa eineinhalb Jahren schenkte ich mir so eine Freiheit. Losgelassen hab ich, vielleicht sogar abgestoßen – das war intensiv, weil ich lange krampfhaft festhielt, was nichts in und an mir noch haben wollte. Ein paar Stunden danach, als sich der Adrenalinschub wieder legte, machte ich einen Spaziergang und las in einem Schaufenster „Freiheit schmeckt wie Tränen mit Champagner“ – das ging durch und durch! So wahr wie seltsam. 

Heute, lange danach, fällt mir der Satz wieder ein, weil ich wieder etwas losgelassen habe, friedlicher diesmal. Doch nicht weniger intensiv. Ich habe mich befreit, losgelassen von vermeintlicher Sicherheit die mich nur festhielt. Doch wieder diese Tränen die nach Champagner schmecken.

Freiheit ist ein vielgeliebtes Ziel, doch kaum erreicht (zumindest etwas, denn ganz frei sein, da fehlt mir die Vorstellung, wie das sein könnte) macht sich die Selbstverantwortung breit. Lächelnd und mächtig. Wunderbar, doch auch ganz schön schwer.

„Freiheit schmeckt wie Tränen mit Champagner“

UNBEKANNT

– Kennt wer den Urheber dieses Spruchs? Ich würde ihn/sie gerne erwähnen

Und die Tränen? Erleichterung, Seelenschmerz, erstaunte Mut-Tränen, Angst ein bisschen und Freude. Der Champagner prickelt ja auch etwas bitter … und dennoch, hoch die Gläser, Korken knallen. Es ist wieder ein Schritt vollbracht.

Update am 09. November 2019

„Ich habe Angst loszulassen, was ist wenn ich falle?“

Ein viel gehörtes Feedback.

Doch liegt das nur am Wortspiel, weil wir loslassen für verschiedene Bereiche einsetzen. So können wir uns drücken und schützen und verstecken und weiter nicht loslassen.

Dabei, mal ehrlich gefragt, wo hältst du dich fest? Ist es ein Geländer vor einem Abgrund? Oder die Idee der perfekten Partnerschaft? Oder der Gedanke an Existenzangst bei einem Jobwechsel?

Wir machen uns alle so viel vor. Schade.

Denn einmal losgelassen, einmal gespürt wie es ist, sich selbst zu vertrauen, einmal den Mut gefasst, zur eigenen Herzentscheidung zu stehen – wow, das ist so groß!

Klar springt das Adrenalin Trampolin. Und? Zeit sich richtig lebendig zu fühlen 🙂

Loslassen bedeutet nicht, zu fallen, sondern der eigenen Urteilsfähigkeit zu vertrauen.



Frau sein

Frau sein ist mehr, als der Tochter zu entwachsen. Es ist mehr als dieses Leben. Frau sein ist erinnern.

Nicht nur zur Zeit des Samhain, doch speziell dann, mit mehr Intensität, ein Gedenken, Denken, Erinnern, Wahrhaben und Andenken der Ahninnen.

Was mich als Frau ausmacht ist viel mehr als das was ich bin. Mehr als mein Leben, meine Entscheidungen und Erfahrungen. Es ist auch mehr als das, was ich über mich denke. Viel mehr als das, was andere denken.

Ich fühle vor allem eine tiefe Verbundenheit mit den Frauen der vergangenen Zeit. Da spüre ich, dass Tod nur eine Veränderung ist.

Es sind dabei nicht nur jene, die ich persönlich kannte. Das ganze Leben, das ganze Sein und Werden geht viel weiter als nur diese kurze Dekade.

Wir begegnen uns.

Hier und Jetzt. Gestern und Vorgestern. In diesem Leben und in anderen.

Vor etwa einem Jahr schrieb ich auf meiner zweiten Webseite einen Beitrag „Die Frau in der Frau“. Heute, an Allerheiligen, erinnerte ich mich wieder daran.

Ich streichle sanft über das Holz. Mein Urgroßvater hatte es in den Händen, hat es bearbeitet, einen Küchenschrank daraus gebaut. Dieses Möbel begleitet mich, erinnert an die Uroma, die Kindheit, an alte Zeit. Erinnert an eine Frau, die weder Kühlschrank noch Telefon hatte, deren Haus aber ein Heim war. Ich atme den Duft der Küche. Sehe mich im wilden Garten unter den Obstbäumen …

Ich bin froh, dass ich meine vielen Fragen auch noch heute an sie richten kann. An sie und unsere Schwestern, an mich und meine Leben.

WIR sind. Frauen.

Vor etwa 7 Jahren in der Schweiz – auch eine Erinnerung – an mich – damals

Da ich glaube, dass wir durchaus in den Leben in verschiedene Geschlechterrollen schlüpfen, schließt dieses feine Erinnern die Opas und Onkels und verstorbenen Freunde nicht aus. Es sind die Seelen in uns. Diese weibliche, fühlende, verstehende und verbundene Essenz in allem.

Vielleicht braucht es deshalb einen „Vater unser“ in der Kirche. Da die Mutter aller sowieso IST. Eine umgedrehte Emanzipation von vor 2000 Jahren. Wer weiß …

Samhain soll der Ursprung der Feierlichkeiten um Ende Oktober / Anfang November sein. Darüber ranken sich Geschichten und Sagen … Für mich klar ist, dass es ein Übergang ist. Ich spüre zwei davon im Jahr. Einen eben jetzt, Ende Oktober, den anderen zum April.

Allerheiligen ist in vielen Ländern ein staatlicher Feiertag. Dabei spielt es keine Rolle, ob du oder ich diesen Glauben teilen. Es stehen auch viele an den Gräbern und Gedenken der Verstorbenen, dabei wäre doch das erst morgen, an Allerseelen. Das Heiligengedenken ist ein Feiertag, das Gedenken an die eigenen Ahnen nicht. Beim Gräbergang wird das vermischt. Seltsam irgendwie. Darf ich sagen, dass mir die Ahnen und Ahninnen heilig sind? Mir persönlich?

Es brennt ein Licht für euch. Manchmal in einer Kapelle, manchmal hier auf dem Tisch, immer in meinem Herzen.



Wir sind fühlende Wesen

Jedes Lebewesen ist feinfühlig.

Ja, auch du.

Vielleicht weißt du es schon oder ahnst es bereits. Möglich ist auch, dass du zurückschreckst, dass dir die Vorstellung feinfühlig zu sein, angst macht oder eine Ablehnung in dir hervorruft.

Feinfühligkeit ist nicht schwach sein, ist nicht empfindlich sein, ist nicht naiv sein, ist nicht feige sein, ist nicht weinerlich sein, ist nichts wofür wir uns schämen müssen.

Feinfühligkeit ist eine ganz natürliche Eigenschaft aller Lebewesen.

Sie ist die Verbindung von uns allen. Im Fühlen kommen wir zusammen. Wir kennen das von der Liebe. Ohne feinfühlig zu sein, könnten wir die Liebe nicht wahrnehmen.

Feinfühlig zu sein heißt, sich dazu zu bekennen, mehr als Körper und denkender Kopf zu sein. Sich zu öffnen für das Feine, das Edle, das Leben an sich.

Trau dich und fühl

Wer zwar spürt, wenn ein Ball einen trifft, aber nicht fühlt, welcher Art der Boden unter den Füßen ist, dem fehlt ein wertvoller Lebensbegleiter und Ratgeber.

Wir fragen so vieles und so viele. Laut rufend, still sehnend und auch viel bezahlend.

Unsere Fähigkeit zu fühlen wird als Möglichkeit, sich selbst zu fragen, kaum genutzt. Dabei hören und lesen wir oft, dass alle Antworten in uns liegen, dass sogar alles was wir brauchen, in uns liegt.

Wir lernen zu meditieren, meist in großer Hoffnung. Dazu lernen wir still zu sein und zu lauschen. Wir hören klugen Menschen zu und gehen in den Wald spazieren.

Doch wenn wir vorher nicht erkennen, nicht anerkennen, dass wir feinfühlige Wesen sind, entgeht us dabei genau das:

Das Wesentliche

Ein schönes Wort übrigens. Es enthält das Wesen und das Ich. Wir sind das. Wir sind wesentlich.

Wenn du dich fühlst, kannst du dich selbst fragen, ob du dieses oder jenes kaufen willst. Ob du dies oder lieber das essen willst. Wie du deine Zeit einteilst und wie du auf Umstände und andere Menschen reagieren willst.

Nur, weil uns dieses feine Gespür fremd vorkommt, klingt alles schwer und nach Veränderung. Dabei ist auch sie nichts, wovor es sich zu fürchten lohnt.

Ein natürlicher Flusslauf mäandert durch die Wiesen und Länder. Ein natürlicher Mensch verändert durch die Zeit und Erfahrungen – sich, seinen Lebensweg …

Veränderung zu fürchten wäre, sich vor dem Wachsen zu drücken. Denk zurück, als Kind wolltest du wachsen! Jeder Zentimeter verändert dich. Jeden Millimeter kannst du fühlen.

Bewusst werden

Ein nachhaltiges, bewusstes Leben ist die logische Konsequenz, der Hinwendung zu sich selbst, der Anerkennung deiner Gefühle.

Hier auf dieser Seite, mit den feelingwords, gebe ich dir Anregungen dazu und teile mit dir auch meine Erfahrungen. Sich trauen zu fühlen, verbindet uns.

Vom ersten Wort an (auch auf dieser Seite) gehst du mehr hin zu dir selbst. Worte führen uns und helfen uns zu verstehen.

Daher bist auch du Teil davon und jedes Wort von dir bringt uns näher zusammen. Du bist eingeladen, dich einzubringen, deine Erfahrungen und Schritte hin zu mehr Gefühl im Leben, mit mir und allen anderen zu teilen.

Einer alleine kann niemals alles wissen und tun, doch je mehr wir zusammentragen, umso hilfreicher wird es für jeden von uns.

Du kannst dies fühlen!

Stille

Wie wohltuend Stille ist.

Die rastlose Suche nach Zerstreuung und stets Neuem lässt die Welt laut sein.

Stille kann nervös machen.

Sie lädt ein, hinzuhören.

Sich zu hören.

Dich zu hören.

Wie ist es, Antworten nicht in Form von Worten wahrzunehmen?

Ungewohnt.

Stecken ja die Worte schon in den AntWORTEn.

Die Stille kennt keine Buchstaben.

Stille füllt den Raum, dehnt ihn, schluckt die Zeit.

Ein Ergebnis im Da Sein. Gegeben. Erhalten. Nicht zum festhalten. Doch aufhalten, ja, das Herz, die Sinne, die Bereitschaft.



Lebensfacetten

Eine Erinnerung

Das Leben zeigt sich uns in den verschiedensten Facetten. Einmal nur spazieren gehen, einmal nur mit offenen Augen durch den Park schlendern, einmal nur mit offenen Ohren den Menschen zuhören, einmal nur Gefühle zulassen, auch für vermeintlich Fremde. Facetten des Lebens eröffnen sich einem. Schöne wie Schmerzliche, unfassbar fast.

Wieder zuhause, im warmen Wohnzimmer, lässt man den Tag Revue passieren. Ein seltsames Gefühl stellt sich ein. Seltsam deswegen, weil man plötzlich dankbar ist, für das was man hat. Seltsam auch, weil man sich glücklicher fühlt, als noch am Morgen, und das, obwohl man nicht nur schönes gehört und gesehen hat. Oder vielleicht genau deswegen?
Auch das Denken und Fühlen erleben wir in tausend Facetten. Das Genießen ebenso wie auch das schlechte Gewissen. Sind Schuldgefühle angebracht, wenn man das Schicksal von anderen erfährt? Weil man selber oft jammert, obwohl es einem nie so „schlecht“ gegangen ist, wie so manch anderen?

Zeitlose Herzgedanken

Bevor sich in dir, der du diese Zeilen gerade liest, jetzt genau dieses schlechte Gewissen breitmacht, möchte ich dir sagen: „Nein.“ Wir brauchen uns wegen des Schicksals anderer nicht schlecht fühlen. Ich habe heute die Bestätigung dieses „Neins“ erlebt. Eben bei einem Spaziergang lernte ich Patrick kennen (den Namen habe ich aus Respekt vor seiner Privatsphäre abgeändert). Ihn hat das Leben arg gebeutelt, er war mehr als am Boden zerstört. Meine Probleme kamen mir da sofort winzig vor und ein Schamgefühl stellte sich ein. Jedoch, ihm ein menschliches Ohr zu leihen, ihm das Gefühl zu geben, dass es in dieser Welt noch Hoffnung gibt, dies konnte ich nur, weil ich dieses schlechte Gewissen durch Dankbarkeit ersetzte. Er merkte dies und er gab mir das Gefühl, dass genau diese ehrliche Menschlichkeit ihm jetzt eine Hilfe ist. Ich kann sein Leben nicht verändern, ich kann sein Schicksal nicht beeinflussen, aber ich helfe ihm keineswegs mit einem schlechten Gewissen. Und dann, nach ein paar Minuten reden, konnte er aufhören mit weinen, und einmal, ganz kurz, zeigte sich ein Lächeln in seinem Gesicht.
Lebensfacetten. Seine und meine. Authentisch und ehrlich.

Ich habe meine Schwierigkeiten mit dem Leben nicht verborgen, aber ich habe sie auch nicht wie ein Schild vor mir hergetragen. Ich habe ihm mit positiver Kraft und einem Lächeln gezeigt, dass die Sonne immer scheint, auch wenn sie gerade mal hinter einer Wolke versteckt ist. Seine Wolke mag größer sein wie meine. Und es mag wohl länger dauern, bis er wieder Licht sieht. Aber hätte ich mitgejammert oder mich hinter einem schlechten Gewissen versteckt, er hätte mir das mit der Sonne nie geglaubt.

„Dieses Erlebnis hat sich vor einigen Jahren 
in der Schweiz zugetragen. Es tut mir gut,
mich daran zu erinnern. Ich fühle es noch,
sehe den Park, die Trauer und das Lächeln …“