15. Kapitel | Ist es Liebe?

Ist es Liebe,
wenn man sich nach ihr / ihm sehnt?
wenn man in sich eine Leere spürt?
wenn man meint, da wäre jemand, der diese Leere füllen könnte?
wenn man meint, ohne sie / ihn nicht leben zu können?
wenn man meint, selber an zweiter Stelle zu stehen?
wenn man verspricht, was auch immer?
wenn man weint, still und leise?
wenn man weint, laut und schreit?
wenn man Angst hat um sie / ihn, sich Sorgen macht?
wenn man verzweifelt bettelt und fleht?
wenn jemand das Herz entzündet?
wenn man vor Freude förmlich platzt?
wenn man Sicherheit spürt?
wenn man vergibt – auch sich – und loslässt?

„Nun ja, Flaumi, ich denke schon … Also, nicht nur. Du sprichst auf meine Ent-täuschungen und Erwartungen von vorhin an, nicht?“

„Liebe Fee, du hast mir noch nicht erzählt, worum es sich bei deinen versteckten Verletzungen und Erinnerungen handelt. Die meisten dieser gesammelten Aussagen zur Liebe beziehen sich auf die Partnerschaft.“

„Doch ist das wirklich alles? Ist Liebe nicht viel mehr als das?“

„Sag du es mir!“

„Wie soll ein Mensch, der sich nicht selbst sieht, der nicht weiß, wer er ist, die Liebe erkennen?“

Würde die Wurzel einer Rose den Blick abwenden, 
sobald sie ihre Blüte sähe?

„Ach Flaumi, ist es denn ein Wunder, das Liebe hauptsächlich mit Beziehung gleichgesetzt wird? Die wenigsten erkennen sich selbst im Spiegel, die wenigsten wissen, wer sie sind, die wenigsten sind so ehrlich zu sich selbst, dass sie sich gerne im Spiegel betrachten können, und die Liebe – sie ist ein Spiegel. Der Spiegel des Ichs. Wir Menschen sind Liebe – denn aus nichts anderes sind wir entstanden.“

„Du siehst einen Sternenflaum bewundernd schweigen.“

DU

Frag
Wer du bist
Schau hin
Was da ist

Ein Herz
Ein ganz liebes
Es schlägt in dir

Es ist wie eine Katze
Die nicht fragt wie du aussiehst
Die nicht wissen will
Was du gelernt hast

Dein Herz schlägt für dich
Es ist deine Liebe in dir 
Wahr und rein

Hast du heute schon gelogen
Hast du jemanden verletzt
Warst du neidisch oder wütend

Dein Herz schlägt weiter
Für dich
Denn es weiß
Im Grunde bist du Liebe
In Wahrheit bist du

Licht

Fortsetzung folgt! Bald geht es weiter mit Fee und Sternenflaum. Wenn du per E-Mail darüber informiert werden möchtest, trage dich hier ein:

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14. Kapitel | Ent-täuschung

Enttäuschung oder Ent-täuschung? 

Jeder kennt es enttäuscht zu werden,
jeder hat auch schon andere enttäuscht.
Enttäuschungen können ganz schön verletzen.
Nun können wir uns dieses Wort einmal
genauer angesehen und dabei feststellen,
dass es, mit Bindestrich geschrieben, uns sagt:

Es ist zu Ende mit der Täuschung.

„Mein lieber Sternenflaum, du kannst Gedanken lesen. Seit diesem Traum, der Musik und der Worte über das Augenöffnen, kommen mir mehr und mehr Erinnerungen in den Sinn, die ich bislang sorgsam verdrängte. Ja, ich habe enttäuscht und ja ich wurde enttäuscht. Du sagst jetzt, ich habe ent-täuscht. Das heißt also, dass sich jemand anderes mir gegenüber täuschte und ich das auffliegen ließ?“

„Fee, du wunderbares Menschenwesen. Ja, du kannst das durchaus so sehen. Schau, eine Enttäuschung folgt oft auf eine vorhergehende Erwartung. Eine Erwartung wiederum, ist eine passive, abwartende, wünschende, hoffende Haltung. Man erwartet von sich oder den anderen irgendetwas, aber man tut nichts dafür. Man wartet, dass es zu einem kommt. In den wenigsten Fällen ist dies aber der Fall.“

„Es erwarten etliche etwas von mir. Stimmt, sie warten regelrecht darauf, dass ich tue oder bin oder sein lasse was auch immer. Ich mag Erwartungen nicht. Ich verstehe sie nicht einmal.“

„Viele täuschen sich mit Erwartungen über die eigene Verantwortung hinweg. Wenn dann das Erhoffte, das Erwartete tatsächlich nicht eintritt, dann fühlt man sich enttäuscht. Im Grunde ist allerdings nur die Eigentäuschung aufgeflogen.“

Die Täuschung fliegt auf, wir sind sprichwörtlich Ent-täuscht.

„Flaumi, das ist die schmerzlichste Verletzung, wenn mir bewusst wird, dass ich doch eigentlich von vornherein wusste was passiert. Ich habe mich nicht auf mich selbst verlassen, habe von anderen etwas erwartet und erhofft, von dem ich doch wusste, dass es entweder nie eintritt, oder ich es dem anderen insgeheim doch gar nicht zutraute.“

„Ja, denn die Dinge, die dich im Leben weiterbringen, sind die, die du durch eigenes Tun in die Wege leitest. Wer kennt nicht den Satz: wenn man nicht alles selber macht … Doch genau das ist es. Du darfst es selber tun. Denn wenn du auf äußere Einflüsse wartest oder gar auf Wunder, dann unterliegst du einer Täuschung.“

„Heißt ja nicht, dass ich alles alleine tun muss. Nur eben ohne Erwartung. Wow. Schon wieder eine Herausforderung die sich gut anfühlt! Danke!“

„Versuche es, liebe Fee.“

„Flaumi, ich habe mal gelesen, dass wenn man die Meinung von jemanden hört, man sie entweder annehmen oder ablehnen kann, oder aber man kann daraufhin seine eigene Meinung über die Dinge der Welt entdecken. Du hilfst mir gerade sehr dabei!“

„Das wünsch ich dir und allen! Denn das zeigt, dass sich wer auf den Weg macht, den Weg zu sich selbst.“


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13. Kapitel | Ein Traum

Ich renne und renne und komme nicht vom Fleck.
Hinter mir eine große, unheimliche Macht.
Sie verfolgt mich. Ich laufe davon.
Es geht nicht!
Ich möchte schneller laufen.
Die Füße sind schwer wie Blei.
Panik überkommt mich. Pure Angst.
Mir geht die Kraft aus.
Ich kann nicht mehr …

Ich bleibe stehen. Mit klopfendem Herzen.
Machtlos, erschöpft. Sekundenlang, Minutenlang.
Die Angst im Nacken.
Nichts passiert.
Ich werde nervös und ärgerlich.
Blöde Angst, jetzt fall schon über mich her,
du siehst doch, ich habe aufgegeben.
Nichts passiert.
Schnaubend vor Wut, mit rasendem Puls,
drehe ich mich um.
Ich falle zu Boden, sinke in mir zusammen,
weine und weine.
Die Angst, derer ich mich ergab,
sie ist »nur« die WAHRHEIT.

„Himmel, was war das denn? Hab ich geträumt? Bin wohl eingeschlafen … Ich hab scheinbar noch einiges vor mir. Vor der Wahrheit Angst haben, puh … erst mal wieder richtig wach werden …“

„Liebe Fee, bist du ok? Du siehst ganz schön mitgenommen aus.“

„Nun ja, es ist schon sehr eigenartig im Traum zu träumen. Und dieser panische Traum, den kenne ich, der hat mich schon öfter die Nacht gekostet.“

„Du hast dich umgedreht, dich der Angst gestellt. Das ist bewundernswert. Schaffst du das im Leben auch?“

„Manchmal schon, ja. Interessant, darüber habe ich bisher nicht nachgedacht, ich habe mich immer nur auf diese Angst vor der Wahrheit konzentriert. Dabei … jetzt kommt es mir wie eine Erleichterung vor, da es um die Wahrheit geht, kann mir ja nichts passieren. Ich muss mich eben nur trauen, hinzusehen. Apropos, Flaumi, es glitzert hier soviel … Was ist das da hinten? Es sieht ähnlich aus wie eine Schriftrolle, aber da ist irgendetwas anders … Ich höre Musik …“


Herzensdank an

Nikos von zero-project.gr für die zauberhafte Musik | Lied Awakening aus dem Album fairytale

JR Korpa für das faszinierende Bild, welches mich sofort an dieses Kapitel erinnert hat


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12. Kapitel | Brücken

„Meinen Weg mit dem Herzen und in Dankbarkeit gehen. Wie schön das klingt und wie gut sich das anfühlt! Wie kommt es dann, dass dies so schwierig ist? Sternenflaum, das ist ein Widerspruch, den ich nicht begreife.“

„Liebste Fee, du gehst mit einem Bein aus dem Herzen und mit dem zweiten aus dem Verstand. Es wäre kein Wunder, wenn du ab und an stolperst.“

„Danke, Flaumi, du schaffst es mal wieder mit nachdenklich und zum Lachen zugleich zu bringen! Ich werde mir die Worte von vorhin, die über den Weg nochmal in Ruhe ansehen.“

„Das ist eine sehr gute Idee. Nimm dir Zeit, hier hast du Raum …“

„Vor kurzem las ich, dass es schwierig ist zu entscheiden, welche Brücken man gehen, und welche man abbrechen soll. Darüber habe ich viel nachgedacht. Mir fielen die Brücken ein, die ich in meiner Vergangenheit bereits abgebrochen habe. »Es tut mir leid« sind die Worte, die ich in mir höre, wenn mir die Trümmer einfallen, die ich wohl hinterlassen habe.“

„Wäre es nicht schöner, die Brücken nicht abzubrechen, sondern sich gegenseitig auf der Brücke zu verabschieden?“

„Oh! Die Stimme des Lichtes ist zurück! Verrätst du mir jetzt, wer du bist und woher du kommst? Ich mag es sehr, mit Sternenflaum hier zu sein, ich fühle mich wohl, wirklich! Doch ich habe so viele Fragen! Wo bin ich, wer bist du, warum bin ich hier, wie lange bin ich hier? Flaumi antwortet mir nicht richtig … Bitte du schöne Lichtstimme, sprich mit mir!“

„Erinnerst du dich an das Ziel der Reise? Nara?“

„Nara, der natürlichste Raum. Ja, ich erinnere mich. Das klingt so schön. So vertraut, so innen irgendwie. Warte, innen? Du meinst, Nara ist in mir? Ich habe einen Raum in mir?“

„Deine Reise zu dir. Eine Einladung, dich selbst besser kennenzulernen, besser mit dir klarzukommen, liebevoller zu dir zu sein, weil du dich mehr und mehr verstehst.“

„Die Zusammenhänge vor allem. Danke. Doch weißt du, ich hatte ein bisschen Angst vor der Reise, die Sache mit den Erinnerungen fällt mir schwer. Sternenflaum hat mir sehr geholfen, mir viel erklärt, doch da nagt noch so einiges. Das trage ich auch in Nara mit mir herum, nicht wahr?“

„Jeder weiß, wie sehr das schlechte Gewissen an einem nagen kann und wie lange. Nur selten bietet sich die Gelegenheit, sich nicht nur entschuldigen zu können, sondern auch wirklich die Trümmer beiseite zu räumen, also sich ehrlich auszusprechen. Natürlich gilt es dabei eine große Angst zu überwinden und den eigenen Stolz. Doch ist es nicht so, dass wenn du zurückdenkst, dir der Auslöser von damals, das was dich dazu brachte die Brücke abzubrechen, aus heutiger Sicht bei weitem nicht mehr so schlimm erscheint? Dass du oft nicht einmal mehr genau weißt, warum es Streit gab? Oder dass du einsehen darfst, dass du möglicherweise überreagiert hast? Selbst wenn dir die Geschehnisse noch sehr gut in Erinnerung sind und sie dich im Inneren immer noch schmerzen, möchtest du nicht gerne mit dem Thema abschließen?“

„So sehr!“

„Warte nicht darauf, dass der Mensch auf der anderen Seite auf dich zugeht. Geh du den ersten Schritt! Baue die erste neue Brücke, die der Ehrlichkeit. Baue die Brücke der Ehrlichkeit zu dir selbst. Und dann, gehe darüber und sage: »Es tut mir leid«. Denn dabei entschuldigst du dich auch bei dir selbst, denn du weißt, dass zu einem Streit oder einem Bruch, zwei gehören. Es ist auch nicht zwingend notwendig, dass ihr eine neue Brücke erschafft. Ein Verzeihen muss kein Neubeginn in dem Sinne sein. Vielmehr ist es ein Neubeginn in dir selbst. Du wirst dich freier fühlen!“

„Das braucht Mut.“

„Gib dir die Möglichkeit, dich von alten Schmerzen und Kummer zu befreien. Es funktioniert, du wirst sehen. Und dabei spielt es nicht einmal eine große Rolle, wie auf der anderen Seite reagiert wird. Du bist über die Brücke deiner Ehrlichkeit gegangen, hast die Angst und den Stolz überwunden. Du wirst dich großartig fühlen und du hast dir dieses Gefühl wirklich verdient! Sei glücklich darüber!“

„Ich will das wirklich! Es tut so vieles so leid und so weh und ich bin nicht mehr wütend, nur noch traurig und verletzt.“

„Um dir etwas von deiner Angst zu nehmen, möchte ich dir sagen, dass es auch möglich ist, dass auf der anderen Seite gar keine Trümmer mehr sind, dass dir längst verziehen wurde, bzw. Frieden mit der Sache gemacht wurde. Vielleicht trägst nur noch du das schlechte Gewissen mit dir herum? Also, geh den ersten Schritt, geh in jetzt. Denn dies ist so eine Chance, die das Leben einem bietet. Eine Chance auf die du doch schon lange gewartet hast. Nutze sie. Sie ist DEIN Geschenk. Deine Brücke.“

„Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber ehrlich, manche Enttäuschung sitzt sehr tief, ich weiß nicht, ob ich stark genug bin zu verzeihen … vor allem mir selbst zu verzeihen …“

„Wie wäre es mit Dankbarkeit?“

„Sternenflaum! Du bist zurück, wie schön! Ich habe mit der Lichtstimme gesprochen, aber das weißt du sicher. Diese Stimme klingt so warm und so vertraut, alle Worte sind so selbstverständlich wahr. Natürlich bin ich dankbar, sehr sogar! Diese Reise, sie ist wirklich ein Geschenk.“

„Dir Zeit und Raum zu nehmen ist eines, die Dinge vor dich herschieben dagegen …?“

„… ist nicht besonders klug, ich weiß. Vor allem, da das hier wirklich eine Chance ist. Doch gönnst du mir trotzdem eine Pause bitte? So viele Worte und Erinnerungen, soviel zu denken und noch viel mehr Gefühle … Ich muss das alles erstmal verarbeiten …“


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11. Kapitel | Dankbarkeit

„Sternenflaum, ich möchte dir danken! Alles was wir zusammen erleben ist so wertvoll für mich. Ich weiß, dass ich manches noch lange nicht bis in die Tiefe verstanden habe, doch du zeigst mir, dass es viel wichtiger ist, weiterzugehen und es im Erleben zu fühlen. Ich dachte immer, meine Gefühle stehen mir im Weg, dabei zeigen sie mir ihn! Danke von ganzem Herzen.“

„Gehe deinen Weg, geh einfach los und verbessere dann unterwegs. Das macht mehr Spaß und bringt etwas Kreativität in deinen Perfektionismus.“

„Oh ja und Adrenalin vor allem. Es braucht ganz schön Mut für den Spaß, von dem du sprichst!“

„Ist es nicht schön, sich aktiv und lebendig zu fühlen?“

„Natürlich! So viel mehr als ängstlich stundenlang an etwas herumzuverbessern und mich dann über mich selbst ärgern, weil ich es nicht so hinbekomme … Danke nochmal Flaumi, du hilfst mir sehr, ich bin echt froh, dass ich hier mit dir unterwegs bin.“

„Ein Danke hilft immer zweimal. Dem der es ausspricht und dem den es gilt.“

„Ja, es fühlt sich echt gut an.“

„Nun komm weiter, wenn du magst.“

„Sehr gerne, doch wohin? Ich sehe keinen so schönen Weg wie die bisherigen …“

So ein Weg 

kann manchmal sehr kurvig
und unübersichtlich sein – doch könnte
er trotzdem ganz eben und von seltenen
Blumen gesäumt sein, wäre da nicht der
Verstand, der selbst den schönsten Weg
skeptisch hinterfragt. Der Verstand sieht
genau hin, sehr genau und er findet
Unebenheiten, kleine. Denn, sagt der
Verstand, wenn das Herz diesen Weg
ganz alleine entlang laufen würde, dann
könnte es stolpern! Ja, auch über einen
kleinen Stein. Also muss der Verstand
aufpassen, er hat ja schließlich eine
Verantwortung zu tragen! Denn so ein
Herz, meint der Verstand, kann
überhaupt nicht vernünftig und
vorsichtig sein.
So ein Weg 

kann manchmal sehr kurvig
und unübersichtlich sein – doch kann er
trotz allem ganz eben und von seltenen
Blumen gesäumt sein – denn da ist ein
Herz! Ein liebendes Herz – es freut sich
und hüpft den Weg entlang. Es hüpft über
Steine hinweg, es springt um Unebenheiten
herum, wie viel Spaß das macht! Ganz
unbeschwert und glücklich fühlt sich das
an! Doch dann meldet sich der Kopf.
Das Herz lacht und sagt zu ihm:
„Bin ich nicht vernünftig, dass ich dir das
langweilige ›vorsichtig sein‹ überlasse?“

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10. Kapitel | Jetzt

DU KANNST DEN LAUF DER ZEIT
NICHT FESTHALTEN
DU VERSCHLIESST DIE AUGEN
WENN DU ES VERSUCHST

ALLEIN IM FLUSS DER ZEIT
LIEGT DAS LEBEN
ALLEIN IM JETZT
FINDEST DU WAHRHEIT

DU KANNST NOCH SO SEHR
AUF DEIN ZIEL STARREN
DU VERKENNST DEN WEG
WENN DU ES VERSUCHST

ALLEIN IM OFFENEN BLICK
LIEGT DAS LEBEN
ALLEIN IM JETZT
FINDEST DU KLARHEIT

„Liebste Fee, wenn deine Tränen getrocknet sind, kannst du vielleicht erkennen, dass es dir eben zu dieser Klarheit geholfen hat, zu weinen.“

„Ich fürchte mich oft davor zu weinen, vermeide es oder schäme mich gar. Weinen fühlt sich so gar nicht gut und klar an.“

„Wenn du weinst, bist du im Jetzt. Auch wenn deine Gedanken in der Erinnerung umherschweifen oder deine Ängste in die Zukunft flüchten, deine Tränen fließen jetzt. Versuche, sie als eine Reinigung und Trost zu sehen, als Unterstützung für dich und deinen Weg durchs Leben. Nimm dir etwas Zeit und lasse die Worte auf dich wirken, versuche, zwischen den Zeilen ihr Geheimnis zu entdecken …“

„Ein Geheimnis? Okay, lass mich es nochmal hören. Schau, dort ist eine Schaukel! Gehen wir dorthin bitte, ich saß lange nicht mehr auf einer Schaukel.“

„Sehr gerne, liebe Fee. Schaukle und lausche.“

„Sternenflaum, du bist ein Segen! Ich danke dir von ganzem Herzen für dich und diese Reise. Du rückst mich ganz schön zurecht! Und es stimmt, es ist oft wie jetzt, nach dem Weinen muss ich lachen! Wir gehen noch ein Stück weiter zusammen, ja?“

„So weit und so lange du möchtest. Es ist mir eine Freude, dich zu begleiten.“


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9. Kapitel | Erinnerung

ERINNERUNG

Im Herzen
vergesse ich nichts.
Vergesse ich nie eure Gesichter,
vergesse ich nie eure Stimmen,
vergesse ich nie euer Lachen,
vergesse ich nie eure Liebe,
eure Wärme,
euren Frieden.

In Gedanken
bin ich heute bei euch.
Bin ich wieder Kind,
bin ich dankbar,
bin ich glücklich,
bin ich in euren Armen,
euren Herzen,
eurer Nähe.

Meine Lieben im Himmel
und hier auf Erden – 
heute hab ich an euch gedacht
und auch morgen wieder
und übermorgen – 
bis wir uns wieder sehen.
Ich freu' mich schon.

„Oh Sternenflaum, jetzt kullern die Tränen. Mir fallen so viele liebe Menschen ein, ja so viele, die mir begegneten, mich berührten, mir halfen, für mich da waren und mir …“

„Fee, da bist du! Bitte komm weiter. Hast du geweint? Liebes Herz, es ist doch alles gut.“


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8. Kapitel | Licht

Es gibt Menschen, die strahlen etwas
Besonderes aus.
Es lässt sich nicht einfach beschreiben,
doch wir sehen ihnen ins Gesicht und
lächeln. Einfach so.
Diese Menschen tragen etwas Wundervolles
in sich. Es lässt sich nicht anfassen, aber
wir fühlen es, wenn wir uns ihnen nähern.
Ganz vertraut.

Es ist wie ein Licht – ein Licht, das von
innen heraus zu strahlen scheint.
Du siehst es in den Augen, du fühlst es
an den Händen und du spürst es im Herzen.
Weil dieser Mensch das Licht mit dir teilt.
Weil er weiß, was das Licht ist und weil
er weiß, dass es grenzenlos da ist.
Es ist nie zu wenig, es wird nie verbraucht,
es geht nie verloren.
Und, er teilt es auch mit dir, damit du
daran erinnert wirst, dass du selbst dieses
Licht in dir trägst.
Es mag sehr verborgen sein und vielleicht
leuchtet es auch nur schwach,
dennoch: ES IST DA!

Hab Vertrauen und lass dich inspirieren
von den Menschen, die ihr Licht bereits
gefunden haben und die es auch für dich
hell leuchten lassen!
Suche das Licht, finde das Licht und
dann teile es. Teile es mit allen anderen,
die, wie du bisher, danach gesucht haben.

Sei ein Licht für die Welt.

„Ich? Ein Licht? Wirklich? Wer auch immer du bist, kannst du das bitte nochmal wiederholen, es war so schön, doch auch ein bisschen unglaublich … Ich bekomme das noch immer nicht auf die Reihe … Erst scheint mir das Licht ins Gesicht, weckt mich, dann höre ich es, dann lande hier und jetzt soll ich selbst so eines sein? Ein Licht, das in uns ist, heißt es – also so, wie unser Herz?“

„Ja, liebe Fee, ebenso wie das Herz, ist das Licht ein Teil von dir, von euch, richtig. Das Herz schlägt und tut seinen großartigen Dienst und wird dennoch nur selten bewusst wahrgenommen. Das Licht sogar …“

„… noch seltener. Stimmt. Ich habe auch soeben das erste Mal davon gehört! Dabei kenne ich Menschen und Tiere und Bäume und ja, sogar Orte und Erlebnisse, die wie irre leuchten oder leuchteten. Ich hätte nur nie gedacht, dass dies etwas ist, was wir in uns tragen.“

„Kannst du es fühlen?“

„Ja! Sogar in der Erinnerung! Wie schön das ist! Oh, Sternenflaum, ich mag das alles sehr. Warte, da hinten glitzert es, ich hol nur schnell die Schriftrolle, ja?“


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7. Kapitel | Zeit und Raum

10 MINUTEN. 
Ich habe jetzt zehn Minuten Zeit bis zu
einem schönen Treffen. Ein Treffen, auf
das ich mich sehr freue. Himmel, wann
gehen endlich diese zehn Minuten um?
Sie kommen mir wie eine Ewigkeit vor …

10 MINUTEN.
Ich habe jetzt zehn Minuten Zeit bis zu
einem Termin der mir Angst macht. Was
schon um? Wo ist denn nur die Zeit
geblieben? Gerade eben waren es doch
noch zehn Minuten …

„Zeit ist das was wir daraus machen. Wir fühlen Zeit, wir erschaffen Zeit. Deshalb können wir sie auch so gestalten, dass wir uns in ihr wohl fühlen. Am besten gelingt das, wenn wir das Jetzt genießen und uns nicht darauf ausrichten, was wie lange her ist und was wann sein wird.“

„Ich war dir wohl zu ungeduldig, mit meiner Fragerei nach Nara, mein lieber Sternenflaum? Dabei sollte ich doch mittlerweile kapiert haben, dass du mir nie direkt antwortest. Es ist einfach so ungewöhnlich, dass ich auf alles selbst draufkommen muss.“

„Ist das so? Ich glaube, dass du im Grunde immer auf alles selbst kommst, nur eben nicht so bewusst. Machen wir doch mal ein Gedankenspiel, liebste Fee. Denke an die Zukunft, an das was vielleicht vor dir liegt, Wünsche, Träume oder Ziele und dann denke zurück, was du erlebt hast, bereits erreicht hast. Wie fühlt sich die Zeitspanne für dich an?“

„Wenn ich nach vorne schaue, ja, dann sehe ich meine Ziele. Manche näher, manche in weiter Ferne. Jedoch fühlt sich die Zeitspanne bis zum Ziel immer gleich an. Es ist nicht »Jetzt«. Sehe ich zurück, in die Vergangenheit, blicke ich auf meine bereits erreichten Ziele, dann ist es ebenso, die Zeitspanne fühlt sich gleich an. Ob ich ein Ziel gestern erreichte, oder ob ich an ein Ziel denke, das ich vor einem Jahr erreicht habe – vorausschauen fühlt sich immer lang an, zurückschauen immer kurz. Außer, Moment! Was ist, wenn ich mich in der Zeit verliere? Wenn ich mich hier aufhalte, mit dir spreche und so, da habe ich überhaupt kein Zeitgefühl. Was meinst du dann damit, dass wir Zeit so gestalten können, dass wir uns darin wohlfühlen?“

„Genau das. Du fühlst dich doch wohl, oder?“

„Ja stimmt. Im Grunde ist dieses zeitlose Gefühl schön und stressfrei. Doch kann ich das auch im realen Leben umsetzen? Da ist doch Zeit so präsent.“

„Dafür wird der Raum sehr wenig geschätzt. Der innere, Nara, also der natürlichste Raum, den du in der Stille findest. Aber auch der äußere Raum wird sehr vernachlässigt. Wieviel Zeit verbringst du im Wald?“

„Okay, das heißt, ich achte mehr auf das, was ich mache und weniger darauf, wann und wie lange ich mich damit beschäftige. Na das wird was werden! Ich habe das Gefühl, über das Thema könnten wir stundenlang reden. Ups, sorry, das ist ja verrückt, die Zeit ist schon in der Sprache!“

„Wir werden Gelegenheit haben, weiter darüber zu sprechen. Probiere es einfach mal aus und beobachte, ob dir dabei Geduld immer noch Angst macht.“

„Ängstigt es mich, geduldig zu sein? Oh, Sternenflaum, du stellst mir wieder Fragen …“

Mehr von dieser traumhaften Musik gibt es auf zero–project.gr ♥ Danke Nikos

»Zeit und Raum? Hey, das hat jetzt wer anderes gesagt! Und diese schöne Musik! Wo kommt sie her? Wo bist du? Bist du auch ein Sternenflaum? Seltsam, eben dachte ich, du siehst wie ein Mensch aus, doch kaum hab ich geblinzelt, warst du wieder weg. Hallo?! Zeig dich doch noch einmal, bitte!«


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6. Kapitel | Die Türe

DIE TÜRE


Du siehst deinen Weg
Du siehst die Türe
Du weißt was zu tun ist

Du zögerst

Du siehst deine Zukunft
Du siehst das Licht
Du weißt was Sehnsucht ist

Du weinst

Du siehst deine Vergangenheit
Du siehst die Schatten
Du weißt was Schmerzen sind

Du lachst

Du öffnest die Türe
Du siehst in dein Herz
Du kennst jetzt die Wahrheit

Du liebst

„Ist das so? Habe ich mit dieser Reise eine Türe geöffnet? Liebe ich? Es wird wohl tatsächlich so sein, wie Sternenflaum sagte, dass ich mit der Zeit schon drauf komme. Ich darf nur nicht ungeduldig werden. Eine meine leichtesten Übungen!“

„Vielleicht hilft es dir, wenn wir uns ein bisschen unterhalten? Über die Türe reden?“

„Sternenflaum! Schön, dass du da bist! Ich habe dich schon vermisst, obwohl das ziemlich seltsam klingt, denn ich habe hier überhaupt kein Zeitgefühl. Warst du lange weg?“

„Oder du? Wie lange hast du vor der Türe gestanden?”

„Oh, das war sicher lange. Jahre sogar? Wie ist das möglich?“

„Die Türe beschreibt einen Weg, zu lesen in wenigen Augenblicken, zu gehen manchmal ein Leben lang.“

„Jede Zeile kann ich fühlen, doch was seltsam ist, Flaumi, ich kann die Logik dahinter nicht nachvollziehen, obwohl ich spüre, dass sie da ist. Wie unser Gespräch über die Verletzungen und die Menschenengel. Das ist alles so verquer … Es ist, als würde sich alles, was ich bisher glaubte zu wissen, in mir drin umkehren. Ich weiß ja, dass alles seine zwei Seiten hat …”

„Drei.“

„Drei? Wie das? Oh, sorry, lass mir Zeit bitte, das wird mir gerade zuviel. Ich habe das Gefühl, dass ich mich gleich wieder hinter einer Türe verstecke, und dass, obwohl ich weiß, wie unsinnig das ist. Die Türe existiert ja nicht einmal wirklich … Hat das was mit Nara zu tun? Gibt es in diesem „natürlichstem Raum“ Türen? Sternenflaum, erzähl mir bitte von Nara, sind wir bald da?“


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