7. Kapitel | Zeit und Raum

10 MINUTEN. 
Ich habe jetzt zehn Minuten Zeit bis zu
einem schönen Treffen. Ein Treffen, auf
das ich mich sehr freue. Himmel, wann
gehen endlich diese zehn Minuten um?
Sie kommen mir wie eine Ewigkeit vor …

10 MINUTEN.
Ich habe jetzt zehn Minuten Zeit bis zu
einem Termin der mir Angst macht. Was
schon um? Wo ist denn nur die Zeit
geblieben? Gerade eben waren es doch
noch zehn Minuten …

„Zeit ist das was wir daraus machen. Wir fühlen Zeit, wir erschaffen Zeit. Deshalb können wir sie auch so gestalten, dass wir uns in ihr wohl fühlen. Am besten gelingt das, wenn wir das Jetzt genießen und uns nicht darauf ausrichten, was wie lange her ist und was wann sein wird.“

„Ich war dir wohl zu ungeduldig, mit meiner Fragerei nach Nara, mein lieber Sternenflaum? Dabei sollte ich doch mittlerweile kapiert haben, dass du mir nie direkt antwortest. Es ist einfach so ungewöhnlich, dass ich auf alles selbst draufkommen muss.“

„Ist das so? Ich glaube, dass du im Grunde immer auf alles selbst kommst, nur eben nicht so bewusst. Machen wir doch mal ein Gedankenspiel, liebste Fee. Denke an die Zukunft, an das was vielleicht vor dir liegt, Wünsche, Träume oder Ziele und dann denke zurück, was du erlebt hast, bereits erreicht hast. Wie fühlt sich die Zeitspanne für dich an?“

„Wenn ich nach vorne schaue, ja, dann sehe ich meine Ziele. Manche näher, manche in weiter Ferne. Jedoch fühlt sich die Zeitspanne bis zum Ziel immer gleich an. Es ist nicht »Jetzt«. Sehe ich zurück, in die Vergangenheit, blicke ich auf meine bereits erreichten Ziele, dann ist es ebenso, die Zeitspanne fühlt sich gleich an. Ob ich ein Ziel gestern erreichte, oder ob ich an ein Ziel denke, das ich vor einem Jahr erreicht habe – vorausschauen fühlt sich immer lang an, zurückschauen immer kurz. Außer, Moment! Was ist, wenn ich mich in der Zeit verliere? Wenn ich mich hier aufhalte, mit dir spreche und so, da habe ich überhaupt kein Zeitgefühl. Was meinst du dann damit, dass wir Zeit so gestalten können, dass wir uns darin wohlfühlen?“

„Genau das. Du fühlst dich doch wohl, oder?“

„Ja stimmt. Im Grunde ist dieses zeitlose Gefühl schön und stressfrei. Doch kann ich das auch im realen Leben umsetzen? Da ist doch Zeit so präsent.“

„Dafür wird der Raum sehr wenig geschätzt. Der innere, Nara, also der natürlichste Raum, den du in der Stille findest. Aber auch der äußere Raum wird sehr vernachlässigt. Wieviel Zeit verbringst du im Wald?“

„Okay, das heißt, ich achte mehr auf das, was ich mache und weniger darauf, wann und wie lange ich mich damit beschäftige. Na das wird was werden! Ich habe das Gefühl, über das Thema könnten wir stundenlang reden. Ups, sorry, das ist ja verrückt, die Zeit ist schon in der Sprache!“

„Wir werden Gelegenheit haben, weiter darüber zu sprechen. Probiere es einfach mal aus und beobachte, ob dir dabei Geduld immer noch Angst macht.“

„Ängstigt es mich, geduldig zu sein? Oh, Sternenflaum, du stellst mir wieder Fragen …“

Mehr von dieser traumhaften Musik gibt es auf zero–project.gr ♥ Danke Nikos

»Zeit und Raum? Hey, das hat jetzt wer anderes gesagt! Und diese schöne Musik! Wo kommt sie her? Wo bist du? Bist du auch ein Sternenflaum? Seltsam, eben dachte ich, du siehst wie ein Mensch aus, doch kaum hab ich geblinzelt, warst du wieder weg. Hallo?! Zeig dich doch noch einmal, bitte!«


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