5. Kapitel | Engel

Ethan Freeman sagte einmal: 
»Engel? Mir sind welche begegnet.«
Als ich das las, dachte ich, wie schön, ich
möchte auch einmal einem Engel begegnen! 
Heute, einige Jahre später, kann ich voller
Freude sagen: »Es gibt Engel in meinem
Leben!« Mir sind Menschen begegnet,
die sich trauten, ihre Maske abzunehmen.
Zum Vorschein kam ein wundervolles
Licht, das direkt aus dem Herzen strahlte.
Ich bin so dankbar für diese Momente,
auch wenn sie teilweise schon wieder
vorüber sind. Gott sagt, er hat uns nur
Engel geschickt. Und, dass wir dieses
Licht in jedem Menschen finden können.
Wir müssen nur danach Ausschau halten.
Dies können wir tun, indem wir uns
gegenseitig in Liebe begegnen. Ich weiß,
dass dies nicht einfach ist, denn niemand
brachte es uns bei. Auch weil es Menschen
gibt, von denen man sagt »Der ein Engel?
Niemals«. Ja, so habe ich auch mal gedacht.
Doch ich spreche hier von Menschenengeln.
Charakter, Umfeld, Erfahrungen usw.
prägen uns Menschen und lassen uns oft
nicht so liebevoll sein, wie wir es eigentlich
wären. Dennoch, wenn wir hinter diese 
Oberflächlichkeiten schauen, finden wir
das Licht.

„Jetzt wird’s mir doch etwas unheimlich – das war wieder so, als würde ich hören was ich selber sage. Doch wenn ich es sage, dann bitte zu wem? Rede ich mit mir selbst? Im Traum? Ach, das ist alles ganz schön verwirrend …“

„Dennoch interessiert mich, wie es für dich ist, das Licht in einem Menschen zu entdecken. Wie sieht das aus?“

„Komm, du weißt das doch. Willst du mich zu einem Gespräch locken? Mir wäre es viel lieber, du sprichst geradeheraus.“

„Das tue ich, liebe Fee. Es ist nur so, dass ich alle und alles nur lichtvoll sehe. Es ist mir fremd, das Licht erst finden zu müssen.“

„Ist wohl so eine Menschensache. Wir verstecken uns und erschrecken, wenn wir gesehen werden. So wie du mich siehst, hat mich wohl auch noch nie jemand gesehen. Es tut mir leid, dass ich gerade so giftig war.“

„Das Thema Verletzung ist eben noch nicht verheilt, mach dir nichts draus. Das ist ja auch ein Teil des Versteckens, nicht wahr?“

„Ja, stimmt. Sag, bist du gerade auch eine Chance für mich? Weil ich mich über dich geärgert habe? So, als würde ich dein Licht nicht sehen? Dabei leuchtest du wie eine Mondscheinlampe! Schon verrückt, wie gut ich verdrängen kann, wenn ich mich angegriffen fühle. Was hat mich denn eigentlich so gestört? Dass du mich etwas fragst, von dem ich annahm, dass du es bereits weißt. Was ist daran so schlimm?“

„Du magst es wohl nicht, wenn sich jemand dümmer stellt, als er ist?“

„Ich mag mich nicht, wenn ich zu feige bin, zu sagen was ich mir denke, sorry.“

„Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ich freue mich für dich, dass du gerade ehrlich warst und etwas sehr Wertvolles für dich erkannt hast. Liebe Fee, hab Geduld mit dir und schau, siehst du das Glitzern dort? Da ist wieder eine Schriftrolle …“


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