16. Kapitel | Fühlst du dich?

Ich bin ein Licht. Wieder diese Aussage. Es klingt ja wunderschön, doch ich habe es immer noch nicht verdaut, denn grade beim Thema Liebe fühl ich mich alles andere als ‚Licht‘. Mein Herz schlägt treu für mich – ja das ist wohl so, ich darf meinem Herzen öfter mal danken, es nicht für so selbstverständlich hinnehmen, dass es mich am Leben hält. Manchmal wird es ganz schön in Anspruch genommen, darf es vor Freude hüpfen – aber ich lasse auch zu, dass es gequält wird, oder mache ich das selber? Allein der Gedanke daran tut schon weh … Sternenflaum? Bist du da? Bitte … ich fühl mich grade so seltsam – ich sollte ein Licht sein, mich selber mehr schätzen und annehmen, doch ach – ich wünsche es mir so sehr!“

„Was ist der Unterschied zwischen Wünschen und Wollen?“

„Ich möchte gerne etwas haben, ich wünsche es mir. Ich schicke die Wünsche dann auch noch ins Universum, damit sie mir von wundersamen Mächten einfach so erfüllt werden, und ja ich hoffe so sehr darauf! Bitte, bitte, erfüllt mir diesen Wunsch! Ich meine es ehrlich, wirklich! Das ist wünschen.“

„Also ist das Wünschen was Ähnliches ist wie das Erwarten, nämlich etwas Passives.“

„Oh …!“

„Nun, liebe Fee, ich will jetzt nicht sagen, dass diese Vorgehensweise generell nicht funktioniert, denn du hast es bestimmt erlebt, dass sich manche deiner Wünsche erfüllten. Auf zauberhafteste Weise.“

„Ja! Allerdings – wenn ich ehrlich darüber nachdenke, wurden mir nur die Wünsche erfüllt, die ich wirklich WOLLTE. Ja, es ist ein Unterschied, sich etwas nur zu wünschen, oder etwas wirklich haben zu wollen. Interessanterweise habe ich unbewusst oder instinktiv, bei den Wünschen die ich wirklich wollte, selber etwas nachgeholfen. Das heißt, ich habe etwas dazugetan, dass sich meine Wünsche erfüllten. Und das nicht, weil ich den Mächten des Himmels nicht vertraue, nein im Gegenteil, ich habe einfach nur meinen Beitrag zur Wunscherfüllung geleistet. Ich habe gezeigt, dass ich es wirklich WILL.“

„So sehr, dass du es schon gespürt hast, dass du schon wusstest, wie es sich anfühlt es zu haben, nicht wahr?”

„Ja, das stimmt. Somit ist also das Fühlen wichtiger als das Wollen.“

„Ein Paar, ein glückliches Paar, na ja sagen wir lieber ein zufriedenes Paar, lebt sein Leben. Mit Höhen und Tiefen, wie es eben so ist. Dann kommt irgendwann die Frage: ›Liebst du mich?‹ ›Natürlich‹ kommt als Antwort und ›Das weißt du doch‹. Sicher, aber man kann ja mal fragen … ›Ist alles in Ordnung‹ wird zurückgefragt usw. So ein Dialog ist Paaren bekannt. Was aber, wenn die Frage nun heißt: ›FÜHLST DU MICH?‹“

„Oh Flaumi, das glaub ich, traue ich mich nicht zu fragen.“

„Wie wäre es zu Anfang mit ‚FÜHLE ICH MICH?‘“

„Du meinst, WIE fühle ich mich?“

„Nein, liebe Fee, ich meine tatsächlich ‚FÜHLST DU DICH?‘“

„Fühle ich mich? Sternenflaum, lass mir bitte etwas Zeit. Ich sehe dahinten eine Blumenwiese, sie scheint genau auf mich zu warten.“

„Ja, sie lädt dich ein, dir Zeit zu nehmen, sie gibt dir Raum zu träumen.“



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